Porsche Dieselskandal – Cayenne, Macan, Panamera (EA897, EA898)

Mit dem Macan, dem Panamera und dem Cayenne sind alle Porsche Diesel Modelle vom Porsche Dieselskandal betroffen. Es gibt zahlreiche Rückrufe, damit die unzulässigen Abschalteinrichtungen entfernt werden können. Immer mehr Gerichte sprechen Porschebesitzern aufgrund der unzulässigen Abschalteinrichtungen Schadensersatz zu.

Der Porsche Dieselskandal – Cayenne, Macan und Panamera betroffen

Porsche Cayenne, Porsche Macan, Porsche Panamera – all diese Porsche Diesel sind vom Abgasskandal betroffen. Es gibt Rückrufe für die unterschiedlichen Motorisierungen, vom 3.0 Liter Modell bis zum 4.2 Liter Modell. Sie alle verfügen über unzulässige Abschalteinrichtungen, die mit Hilfe des Software-Updates entfernt werden sollen. Besitzer von betroffenen Porsche Dieseln haben dabei unter vielen Nachteilen zu leiden. Die Langzeitfolgen der Software-Updates sind unklar, in immer mehr Städten gibt es Fahrverbote, Diesel allgemein leiden unter einem hohen Wertverlust und können nur noch schwer verlauft werden. Geschummelt haben die Hersteller, doch unter den Folgen leiden die Verbraucher.

Sie sind aber nicht ganz wehrlos. Fast alle Dieselfahrer haben die ein oder andere Möglichkeit, sich im Porsche Dieselskandal zu wehren.

Wenn sich in Ihrem Porsche Diesel eine unzulässige Abschalteinrichtung befindet, dann haben Sie einen Anspruch auf Schadensersatz. Unzulässige Abschalteinrichtungen wurden bereits in allen Modellen und fast allen Motorisierungen nachgewiesen. Definitiv betroffen sind der Porsche Cayenne 4.2 Liter, der Porsche Cayenne 3.0 Liter, der Porsche Macan 3.0 Liter und der Porsche Panamera 4.0 Liter. Sobald Ihr Fahrzeug von einem Rückruf betroffen ist, können Sie sicher sein, dass eine unzulässige Abschalteinrichtung vorhanden ist und Sie deshalb einen Anspruch auf Schadensersatz haben.

Alternativ haben nahezu alle Porsche Käufer, die das Fahrzeug finanziert haben, die Möglichkeit, sich über den Autokredit Widerruf von ihrem Fahrzeug zu trennen. Und zwar zu deutlich besseren Konditionen, als sie aufgrund des Wertverlustes von Porsche Dieseln auf dem Gebrauchtwagenmarkt herrschen.

Die Motoren EA897 und EA898
Konkret betroffen vom Porsche Dieselskandal sind die Motoren EA897 und EA898. Der EA897 ist dabei in den 3.0 Liter Modellen des Panamera, des Macan und des Cayenne verbaut. Der Nachfolgemotor in den 4.0 bzw. 4.2 Liter Modellen.

Der EA897 ist unter anderem auch im VW Touareg und in zahlreichen Audi Modellen verbaut, die ebenfalls alle von einem Rückruf betroffen sind. Der EA898 findet sich im Porsche Panamera und im Porsche Cayenne, sowie im Touareg und in einigen Audi Modellen.

Alle Rückrufe im Porsche Dieselskandal

Es gibt inzwischen 5 offizielle Rückrufe im Porsche Dieselskandal, die Porsche auch selbst bestätigt. In der Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamtes sind davon erst vier veröffentlicht. Dies hat aber nichts zu bedeuten, denn die Veröffentlichungen in dieser Datenbank erfolgen oft erst Monate, teilweise sogar Jahre nachdem die Fahrzeuge schon längst zurückgerufen wurden.

ModellHubraumEuronormMotorBaujahrIn DE
betroffen
Rückrufcode
Cayenne3.0 LiterEuro 6EA8972014-20177.000AH09
Macan3.0 LiterEuro 6EA8972014-201814.000AJ07
Panamera4.0 LiterEuro 6EA8982016-2017920AKB0
Cayenne4.2 LiterEuro 5EA8972012-20145.000ALA1
Cayenne4.2 LiterEuro 6EA8982014-2018noch nicht
bekannt
noch nicht
bekannt

Damit wurden bereits mindestens 27.000 Porsche Diesel aufgrund von unzulässigen Abschalteinrichtungen in Deutschland zurückgerufen. Dabei handelt es sich um Pflichtrückrufe. Wer nicht daran teilnimmt, muss damit rechnen, dass früher oder später die Zwangsstilllegung des Fahrzeugs erfolgt.

Beim Rückruf wird eine Software aufgespielt, die die unzulässigen Abschalteinrichtungen entfernen soll. Mit welchen Langzeitfolgen Porschefahrer aufgrund des Updates rechnen müssen, ist noch nicht klar. Bei VW stellten Fahrer jedenfalls in großer Zahl Probleme fest, etwa eine nachlassende Leistung oder verstopfte oder verrußte VGR Ventile und Partikelfilter. Selbst wenn man diese unerwünschten Nebenwirkungen außer Acht lassen würde, ist nach wie vor nicht klar, ob die Software-Updates überhaupt etwas bringen. Es gibt Studien die zeigen, dass die Fahrzeuge nach dem Update genauso viel oder sogar mehr Stickoxide ausstoßen als zuvor.

Wirklich helfen tut vermutlich nur eine Hardware Nachrüstung. Diese ist mit über 3.000 Euro jedoch sehr teuer. Einige Fahrzeughersteller haben zwar angeboten, zumindest einen Teil dieser Kosten zu übernehmen, aber nur unter gewissen Voraussetzungen, In vielen Fällen müssen die Kunden die Kosten selber tragen. Zudem gibt es für Porsche Diesel noch gar keine Systeme. Die Firme Dr Pley hat angekündigt, für die Modelle Cayenne und Panamera 3.0 TDI und 4.2 TDI solche Nachrüstsysteme entwickeln zu wollen. Ab Sommer 2020 sollen diese verfügbar sein.

Urteile im Porsche Dieselskandal

Stand Mai 2020 gibt es bereits Dutzende Urteile gegen Porsche im Dieselskandal. HAHN Rechtsanwälte ist dabei besonders erfolgreich und konnte alleine bereits über ein halbes Dutzende Urteile erzielen.

Unsere Urteile im Porsche Dieselskandal

Landgericht Ulm - 6 O 215/18

23.04.2020
Porsche Macan / 3.0 Liter / Euro 6
Audi und der Autohändler wurden
als Gesamtschuldner verurteilt
URTEIL

Landgericht Saarbrücken - 12 O 23/19

13.03.2020
Porsche Macan / 3.0 Liter / Euro 6
Verurteilt wurde nur Audi
als Motorhersteller
URTEIL

Landgericht Tübingen - 2 O 205/18

12.03.2020
Porsche Cayenne / 3.0 Liter / Euro 6
Verurteilt wurde nur Audi
als Motorhersteller
URTEIL

Landgericht Krefeld - 2 O 470/18

15.01.2020
Porsche Macan / 3.0 Liter / Euro 6
Porsche und der Autohändler wurden
als Gesamtschuldner verurteilt
URTEIL

Weitere von uns erreichte Urteile im Porsche Dieselskandal

  • 07.08.2019 / Landgericht Wuppertal / 3 O 426/18 / Porsche Cayenne / 3.0 Liter / Euro 6 / Porsche und Audi wurden als Gesamtschuldner verurteilt
  • 30.07.2019 / Landgericht Potsdam / 13 O 331/18 / Porsche Macan / 3.0 Liter / Euro 6 / Porsche und Audi wurden als Gesamtschuldner verurteilt
  • 16.08.2019 / Landgericht Ulm / 3 O 358/18 / Porsche Cayenne / 3.0 Liter / Euro 6 / Verurteilt wurde nur Audi als Motorhersteller
  • 23.10.2019 / Landgericht Ulm / 3 O 39/19 / Porsche Macan / 3.0 Liter / Euro 6 / Porsche und Audi wurden als Gesamtschuldner verurteilt
Auch zum Porsche Cayenne 4.2 Liter gibt es bereits Urteile. Zudem sprechen einige Gerichte neben Schadensersatz auch deliktische Zinsen in Höhe von 4% ab Erwerb zu.

Anspruch auf Schadensersatz im Porsche Abgasskandal

Wie die Liste der Urteile oben zeigt, sprechen immer mehr Gerichte Porschekunden Schadensersatz im Dieselskandal zu. Doch auf welcher Basis? In der Regel beziehen die Gerichte sich auf § 826 BGB, der besagt, dass bei einer vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung Schadensersatz zu zahlen ist. Das Vorhandensein einer unzulässigen Abschalteinrichtung wird als eine solche vorsätzliche sittenwidrige Schädigung gesehen. Der Schaden liegt schon beim Kauf des manipulierten Fahrzeugs. Denn hätten die Käufer gewusst, dass eine Stilllegung ihres Fahrzeugs droht, hätten sie es mit Sicherheit nicht erworben. Sie wurden somit getäuscht.

Im Falle einer erfolgreichen Schadensersatzklage geht das Auto an Porsche zurück und der Kläger bekommt seinen Kaufpreis erstattet. Im Falle der Luxusautos von Porsche geht es hier natürlich um hohe Summen.

Eventuell müssen Kläger sich eine Nutzungsentschädigung für die bereits gefahrenen Kilometer anrechnen lassen. Dabei wird diese nach einer Formel berechnet bei der die Gerichte die maximal mögliche Laufzeit des Fahrzeugs festlegen, je höher desto besser, da dann eine niedrigere Summe pro gefahrenem Kilometer abgezogen wird. Bei Porsche gibt es Gerichte, die bis zu 500.000 Kilometer als maximal Laufzeit festgelegt haben. Der Abzug der Nutzungsentschädigung ist unter Juristen jedoch umstritten. Auch HAHN Rechtsanwälte sieht dies im Falle einer vorsätzlichen Schädigung als unbillige Entlastung des täuschenden Herstellers an. Gerichte entscheiden hierzu unterschiedlich.

Zudem ist es möglich, zusätzlich zum Schadensersatz deliktische Zinsen zugesprochen zu bekommen. Diese belaufen sich in der Regel auf 4% pro Jahr ab Erwerb. Angesichts der recht hochpreisigen Fahrzeuge von Porsche können hier schnell einige Tausend Euro zusammen kommen. Auch hier entscheiden Gerichte unterschiedlich. HAHN Rechtsanwälte plädiert dafür, diese zuzusprechen.

Erstes BGH Urteil im Abgasskandal
Am 25.05.2020 verkündete der Bundesgerichtshof sein erstes Urteil im Abgasskandal. In dem speziellen Fall ging es zwar um einen VW und den Motor EA189, doch grundsätzlich wird dieses Urteil auch Auswirkungen auf den Abgasskandal bei anderen Herstellern haben. Denn letztendlich entschieden die Richter, dass ein Kläger bei der Verwendung von unzulässigen Abschalteinrichtungen einen Anspruch auf Schadensersatz hat. Sie bestätigten damit die in der großen Mehrzahl verbraucherfreundlichen Urteile von Oberlandesgerichten gegen VW.

Auch der Europäische Gerichtshof befasst sich inzwischen mit dem Abgasskandal. Ein Termin für die Urteilsverkündung steht noch nicht fest, doch die Generalanwältin des EuGH erläuterte in ihren Schlussanträgen ihre verbraucherfreundliche Auffassung. Demnach sind Abschalteinrichtungen unzulässig. Die Ausnahmeregel sei sehr eng auszulegen. Rein zum Schutz des Motors, wie es viele Hersteller behaupten, sei eine solche Abschalteinrichtung nicht ausnahmsweise zulässig.

Die Alternative – der Autokredit Widerruf

Viele Dieselfahrer haben abgesehen vom Anspruch auf Schadensersatz noch eine weitere Möglichkeit, sich im Porsche Dieselskandal zu wehren. Denn oft wurde der Porsche finanziert und in dem Fall stehen die Chancen tatsächlich sehr gut, dass der Kreditvertrag noch immer widerrufen werden kann – mit positiven Folgen für den Darlehensnehmer. Normalerweise ist ein Widerruf nur bis zu 14 Tage nach Abschluss des Vertrags möglich. Diese Widerrufsfrist beginnt jedoch nur zu laufen, wenn der Verbraucher ordnungsgemäß über sein Widerrufsrecht belehrt wurde. Dies ist aber oft nicht geschehen. In diesen Fällen läuft die Frist nicht an und der Widerruf ist auch viel später noch möglich. Wurde die Finanzierung direkt vom Autoverkäufer vermittelt sind die Folgen eines Widerrufs attraktiv für Verbraucher. Denn sie geben den Porsche an die Bank zurück (das kann eine Autobank sein, aber auch jede andere Bank) und erhalten dafür alle bereits geleisteten Zahlungen erstattet. Das betrifft sowohl eine eventuell getätigte Anzahlung, als auch alle bis hierhin gezahlten Raten. Der Autokreditvertrag muss natürlich nicht weiter bedient werden. Bei neueren Verträgen müssen Sie sich zudem unserer Auffassung nach keine Nutzungsentschädigung anrechnen lassen.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

Sie erhalten mehr Geld erstattet, als Sie mit einem Verkauf auf dem Gebrauchtwagenmarkt erzielen könnten und Sie müssen sich um Fahrverbote für Diesel keine Sorgen mehr machen, da Sie den Diesel zurückgeben und sich einen modernen Diesel mit der Abgasnorm Euro 6d oder einen Benziner zulegen können.

EuGH meldet sich zu Wort
Auch zu dieser Thematik hat sich der Europäische Gerichtshof verbraucherfreundlich geäußert. Mit einem Urteil aus dem März 2020 erklärte der EuGH die Verwendung des Kaskadenverweises für unzulässig. Autokreditverträge solcher Art würden die Verbrauchern nicht korrekt über ihr Widerrufsrecht belehren und machen deshalb den späteren Widerruf möglich. Bei einem Kaskadenverweis werden Verbraucher nicht konkret informiert, sondern von einem Paragraphen zum anderen verwiesen. Nahezu alle Autokreditverträge verwenden einen solchen Verweis und sind damit noch immer widerrufbar.

HAHN Rechtsanwälte hat sich auf den Widerruf von Autokrediten spezialisiert und zählt zu den erfahrensten Kanzleien auf diesem Gebiet. Wir prüfen kostenfrei Ihre Verträge auf Fehler und zeigen Ihnen auf, ob Sie diese Möglichkeit nutzen können, um Ihren Porsche Diesel zurückzugeben.

Auch Porsche Fahrer sind von Fahrverboten betroffen

Seit 2018 gibt es Fahrverbote für Diesel in deutschen Städten. Den Anfang machte Hamburg. Inzwischen gibt es Fahrverbote auch in Stuttgart, Berlin und Darmstadt. Im Sommer 2020 wird es zudem in Mainz eingeführt. Je nach Stadt sind einzelne Straßen oder gar, wie in Stuttgart, die gesamte Stadt für bestimmte Dieselfahrzeuge gesperrt. Ausgesperrt sind dabei mindestens alle Diesel bis zur Abgasnorm Euro 4, aber spätestens in einem zweiten Schritt sind auch Euro 5 Fahrzeuge nicht mehr in den betroffenen Gebieten erlaubt. Das betrifft natürlich auch Fahrer von Porsche Dieseln.

Die oben genannten Möglichkeiten, Autokredit Widerruf und Schadensersatzanspruch, eignen sich, um sich von älteren Porsche Dieseln, die vom Fahrverbot betroffen oder bedroht sind, zu trennen.

Ermittlungen im Porsche Dieselskandal

Der Porsche Dieselskandal hat Folgen für den Autohersteller. Nicht nur die vielen Rückrufe und die Schadensersatzurteile sorgen für Verluste und einen schlechten Ruf. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat die Porsche AG zudem im Mai 2019 zu einem Bußgeld in Höhe von 535 Millionen Euro verurteilt. Dabei fallen nur 4 Millionen Euro auf das tatsächliche Bußgeld für die Verletzung der Aufsichtspflicht zurück. Der Rest setzt sich aus der Gewinnabschöpfung zusammen.

Zudem laufen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft auch gegen einzelne aktuelle und ehemalige Porsche Mitarbeiter, die an der Manipulation der Dieselmotoren beteiligt gewesen sein sollen. Vorgeworfen wird ihnen Betrug und strafbare Werbung. Bereits im April 2018 gab es eine Razzia bei Porsche. Im Februar 2020 folgte eine zweite Razzia.

Diesel hat inzwischen bekannt gegeben, keine Diesel mehr herstellen zu wollen. Auch wenn man selbst nie Dieselmotoren entwickelt und hergestellt habe, habe das Image von Porsche unter der Dieselkrise gelitten, die Vorstandschef Blume. Man wolle sich auf leistungsstarke Benziner, Hybride und Elektrofahrzeuge konzentrieren.

FAQ zum Porsche Dieselskandal

Welche Modelle sind vom Porsche Dieselskandal betroffen?

Alle Diesel Modelle von Porsche verfügen über eine unzulässige Abschalteinrichtung. Nachgewiesen wurde diese im Panamera, im Macan und im Cayenne. Für all diese Fahrzeuge gibt es Rückrufe und immer mehr Gerichte sprechen bei betroffenen Fahrzeugen Schadensersatz zu.

Gibt es Urteile im Porsche Dieselskandal?

HAHN Rechtsanwälte konnte bereits gut ein Dutzend Urteile im Porsche Abgasskandal erzielen und zählt damit zu den klar erfolgreichsten Kanzleien. Dass Porsche manipuliert hat, steht außer Frage – auch immer mehr Gerichte sehen dies so.

Was sagt der EuGH zum Autokredit Widerruf?

Der EuGH hat den Kaskadenverweis für unzulässig erklärt. Dieser wurde in nahezu allen Autokreditverträgen verwendet. Durch dieses Urteil sind die Chancen auf einen erfolgreichen Autokredit Widerruf noch einmal stark gestiegen.